Beleuchtungssteuerung
Die Steuerung benötigt eine Vielzahl an Informationen über externe Einflüsse und Benutzeraktionen, um die Anforderungen abdecken zu können. Die folgende Abbildung zeigt eine Übersicht der Einflüsse, die bei der Beleuchtungssteuerung zu berücksichtigen sind.

Die Positionierung der Beleuchtungsprodukte im Gebäude, der Verwendungszweck der Räume und die Zuordnung der Räume zu Organisationseinheiten bestimmen, welche Informationen auf die Beleuchtungssteuerung wirken, zum Beispiel:
- Ein Brandalarm wirkt auf das ganze Gebäude.
- Ein Zeitprogramm wirkt auf alle Räume eines Mieters.
- Die lokale manuelle Bedienung wirkt auf die gesamte Beleuchtung eines Raums oder auf einzelne Leuchten.
Grau: Ganzes Gebäude | |
Grün/Gelb: Räume eines Mieters, z.B. ein Stockwerk. | |
Orange: Lokale manuelle Bedienung |
Das Steuerungskonzept richtet sich nach folgenden Prinzipien:
- Aufteilung in unabhängige Funktionen, die einen Beleuchtungsbefehl bestimmen.
- Priorisierung der einzelnen Funktionen.
- Auswertung aller Funktionen und Entscheidungen anhand der Prioritäten hinsichtlich des Beleuchtungszustands.
Bedienung
Schaltverhalten durch äussere Einflüsse | |||
Symbol | Betriebsart | BACnet- Priorität | Beschreibung |
Zeitprogramm | 13
| Zeitprogramme schreiben normalerweise mit der Priorität 13 und können lokal übersteuert werden | |
8 | Für bestimmte Anwendungen (z.B. Raumreinigung) kann mit der Priorität 8 eine lokale Bedienung übersteuert werden | ||
Szenen | 7 | Lichtschalter, die nicht von der Managementplattform übersteuert werden dürfen, müssen mit der Priorität 7 programmiert werden (z.B. Vorführraum) | |
13 | Lichtschalter, die lokal übersteuert werden dürfen | ||
Präsenzmelder (belegt) | 13 | Präsenzmelder melden/schalten immer mit der Priorität 13; je nach verwendetem Typ wird sofort geschaltet oder abhängig von der Beleuchtungsstärke | |
Präsenzmelder (nicht belegt) | 13 | Präsenzmelder melden/schalten immer mit der Priorität 13 | |
Bedienung | 13 | Gleichberechtigter Schaltzustand wie der lokale Lichtschalter. Systembedienung mit manuellem- und Automatikzustand | |
Erweiterte Bedienung | 8 | Übersteuert die lokale Einstellung, bis der Schaltzustand wieder auf Automatik zurückgesetzt wird | |
Zentrale Funktionen | 8 | Gleichberechtigter Schaltzustand mit Priorität 8 wie in der Managementplattform | |
13 | Gleichberechtigter Schaltzustand mit Priorität 13 wie in der Managementplattform |
Lokale Bedienung
Mit dem Raumbediengerät wird ein Objekt mit der Priorität 13 geschaltet. Somit verhalten sich Lichtschalter, Präsenzmelder, Zeitprogramm oder Managementplattform (Priorität 13) beim Schalten gleichberechtigt. Dies bedeutet, dass immer die letzte Bedingung gilt.

Managmentplattformbedienung
Bei der Managementplattformbedienung wird ein Objekt mit der Priorität 8 geschaltet und alle Schaltvorgänge der Prioritäten 9–16 übersteuert. Die Automatik mit Priorität 15 wird so lange ausser Betrieb gesetzt, bis das Objekt wieder auf die nächsttiefere verwendete Priorität gesetzt wird. Eine anstehende Priorität 13 oder 15 beim Objekt wird übernommen.

Zentrale Funktion
Mit der zentralen Funktion können mehrere Räume im Gebäude mit derselben Priorität übersteuert oder geschaltet werden. Die zentralen Funktionen werden nach Gebäudeanforderungen eingeteilt:
- Mieter
- Abschnitte
- Belegungsfunktion (Büro/Produktion)
- Stockwerke
- Ganzes Gebäude
Die zentralen Funktionen verwenden die gleichen Prioritäten wie die lokale Steuerung/Regelung, so dass die Übersteuerung mit Priorität 8 dauerhaft und mit Priorität 13 temporär ist. Eine temporäre Übersteuerung kann mit dem Raumbediengerät übersteuert werden.

Sicherheitsfunktionen
Eine Beleuchtungsgruppe kann nur ein- und ausgeschaltet werden, wenn die aktuelle Priorität höher (remote >8 oder lokal >13) ist. Ist die Priorität wegen einer Sicherheitsfunktion niedriger, ist ein Schalten erst möglich, wenn der Normalzustand wieder erreicht ist.
Eine aktive Sicherheitsfunktion wird wie folgt dargestellt:


Hinweis:
Eine manuelle Schaltung während einer aktiven Sicherheitsfunktion wird erst nach Aufhebung der Sicherheitsfunktion geschaltet.
Remote-Bedienung und Notfall
Bei der Notfallbeleuchtung werden alle anstehenden Befehle übersteuert, bis der Zustand zurückgesetzt wird.

Beim Zurückschalten von einer höheren in eine tiefere Priorität gibt es zwei Fälle:
- Bedienung über lokalen Schalter
- Bedienung über die Managementplattform
Bedienung über lokalen Schalter
Wird ein lokaler Schalter im Notbetrieb bedient, so hat dies keinen Einfluss auf den Zustand danach. Das heisst, die Beleuchtung wird nach dem Notfall ausgeschaltet und muss durch den Benutzer über den lokalen Schalter wieder eingeschaltet werden.


Hinweis:
Alle im Raum lokal ausgeführten Befehle mit Priorität 13 werden verworfen, wenn eine höhere Priorität wie z.B. 8 anliegt, d.h., der Befehl wird auch später nicht ausgeführt.
Bedienung über die Managementplattform
Wird während des Notbetriebs die Beleuchtung über die Managementplattform eingeschaltet, so bleibt dieser Zustand nach dem Notbetrieb erhalten.

BACnet-Prioritäten für Beleuchtung
Die folgende Tabelle zeigt, wie die Prioritäten in Desigo verwendet werden.
Prioritäten in der Beleuchtung | ||
Priorität | Beschreibung | Beispiel |
1 | Notbetriebsart 1 | ‒ |
2 | Notbetriebsart 2 | Für die Beleuchtung von Fluchtwegen oder den Support für Notdienste kann die Beleuchtung während eines Brandalarms eingeschaltet bleiben. |
3 | Notbetriebsart 3 | ‒ |
4 | Schutzbetriebsart 1 | ‒ |
5 | Schutzbetriebsart 2 | ‒ |
6 | Minimum Ein/Aus | ‒ |
7 | Manuelle Betriebsart 1 |
|
8 | Manuelle Betriebsart 2 |
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9‒12 | Automatikbetriebsart 1‒4 | ‒ |
13 | Manuelle Betriebsart 3 |
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14 | Automatikbetriebsart 5 | ‒ |
15 | Automatikbetriebsart 6 | Automatik des Programms |
16 | Automatikbetriebsart 7 | ‒ |

Hinweis:
Alle im Raum lokal ausgeführten Befehle mit Priorität 13 werden verworfen, wenn eine höhere Priorität, wie z.B. Priorität 8, anliegt. Der Befehl wird auch später nicht ausgeführt.